Mit sich alleine sein

Um die Ausbreitung der Viruserkrankung zu reduzieren, sollen Menschen sich ‚sozial distanzieren‘. Wir sollen viel zu Hause bleiben und das Treffen mit Familienangehörigen und Freunden ist genau so begrenzt wie Freizeitaktivitäten, bei denen man mit vielen Menschen zusammentrifft wie Kinobesuche oder abends in eine Kneipe gehen. Das wird soziale Distanzierung genannt und kann dazu führen, dass man sich verloren und alleine fühlt. Eigentlich ist das aber das falsche Wort: wir sollen nicht prinzipiell Abstand von anderen Menschen aufbauen, sondern nur einen körperlichen Abstand einhalten. Obwohl das bedeutet, dass wir Freunde nicht mehr einfach in den Armen nehmen können, wenn wir sie treffen, bedeutet das aber nicht, dass wir den Kontakt und die Nähe zu ihnen verlieren müssen.

Telefonieren
Briefe schreiben,
E-Mails schreiben

Mit Hilfe von Video-Treffen wie mit Skype oder Zoom kann man sich auch mit mehreren Menschen gleichzeitig treffen und sich dabei sogar über den Bildschirm Dinge zeigen. Wenn man den oder die Gesprächspartner sieht, ist die Unterhaltung ein bisschen mehr, als ob man sich am gleichen Ort trifft.

Wenn Sie nichts Richtiges mit sich alleine anfangen können, könnten wir nach Möglichkeiten suchen wie man die Langeweile bekämpfen kann und Dinge finden, die auch, wenn man sie alleine tut, angenehm sind. Viele Menschen setzen im Moment z. B. Videos ins Netz, um anderen Menschen über das Alleinsein hinweg zu helfen, zu unterhalten und um einen Moment vergessen zu lassen, dass sie alleine sind:
https://twitter.com/MrAndrewCotter/status/1248313303270596610

Hier finden Sie eine Liste mit Aktivitäten gegen Langeweile:
Mehr oder weniger angenehme Dinge, die man auch alleine machen kann …

  • Mit künstlerischen Materialien arbeiten (Zeichnen, Basteln, Stricken …)
  • Backen. Kochen
  • einen Film schauen
  • eine Dokumentation schauen
  • eine Serie schauen
  • Bewegung an der frischen Luft (Spazieren gehen, Wandern, Rad fahren …)
  • Wellness (ein Bad nehmen. Lange Duschen …)
  • ein Buch lesen
  • Zeitung lesen
  • eine Zeitschrift / ein Magazin lesen
  • Hobby an der frischen Luft (Angeln, Vögel beobachten, Fotos machen …)
  • Sport treiben (Joggen gehen, Fahrrad fahren …)
  • ein Buch / Gedicht / Brief oder Tagebuch schreiben
  • Beten, Meditieren, Yoga
  • Schlafen
  • Gelegenheitsarbeiten an Haus/Wohnung (Gartenarbeit, kleine Reparaturen …)
  • Die Wohnung umräumen, Bilder aufhängen
  • Etwas Neues lernen (Musikinstrument, Sprache …)
  • Musik / Hörbuch / Radio hören
  • ein Quiz machen (Kreuzworträtsel, Sudoku, Puzzeln …)
  • Hausarbeit (Putzen, Wohnung ausmisten …)
  • Im Internet surfen
  • jemanden anrufen
  • Computer / Konsole / Onlinespiele / Handyspiele spielen

Wenn wegen der Corona-Gefahr Konzerte, Theateraufführungen und Lesungen abgesagt werden, muss man nicht komplett auf Live-Events verzichten. Eine kleine, laufend aktualisierte Auswahl finden Sie hier:


www.sueddeutsche.de, Andrea Bocelli singt im leeren Mailänder Dom. Daniel Brühl möchte Lieblingsgedichte teilen. Die Woche in der gestreamten Kultur.

Des Weiteren finden Sie unter diesem Link neun virtuelle Museen, die Ihnen bei Langeweile für ein paar Stunden Abhilfe verschaffen können:
https://www.geo.de/reisen/reisewissen/22736-rtkl-coronakrise-diese-museen-koennen-sie-virtuell-besuchen

Diese Informationen können Sie hier auch als pdf-Datei downloaden:

Wenn Sie sich ausgeschlossen fühlen vom sozialen Leben, macht das Angst oder manchmal sogar Wut.

Insbesondere dann, wenn Sie an Ihrem derzeitigen Alleine sein nicht viel verändern können, beispielsweise weil Sie Ihre Familie durch Quarantäne gerade nicht sehen können oder keine Möglichkeit haben, über soziale Medien mit anderen Menschen in Kontakt zu bleiben, gibt es ein paar Tipps, wie Sie das Gefühl alleine zu sein abschwächen können. Es hat sich als hilfreich herausgestellt, hierfür mit der Atmung, den Gedanken, dem Körper, der Wahrnehmung und dem Verhalten zu arbeiten. Am besten kombinieren Sie möglichst viele Ebenen zusammen, je mehr desto besser.

Unangenehme Gefühle abschwächen:

Atmung beruhigen

Hände auf den Bauch legen und gemeinsam mit der Atmung bewegen; Tief in den Bauch einatmen und Hände dabei nach außen bewegen; mit der Einatmung Hände nach innen bewegen; Ausatmung verlängern, kleine Pause machen, bevor wieder mit der Einatmung begonnen wird.

Gedanken ändern

Wenn Ihnen immer wieder Gedanken kommen, dass Sie gerade alleine sind wohingegen andere Menschen vielleicht Partner oder Familie haben, mit denen Sie zusammen sind, ist es hilfreich Gedanken zu ändern um negative Gefühle abzuschwächen. Dazu kann man:

  • Das Gegenteil denken:
    • Mentale Verbindung zu anderen; sich daran erinnern, dass man weiterhin Teil der Familie oder des Freundeskreises ist; sich die Verbindung zu anderen ganz bewusst ins Gedächtnis rufen
    • Fotos/Videos enger Bezugspersonen betrachten, von denen man weiß, dass man sie wieder sieht

Körperhaltung ändern

  • Es gibt einige hilfreiche Tipps, wie man negative Gefühle wie z.B. Einsamkeit abschwächt. Hier finden Sie eine Reihe von empfohlenen Körperübungen, die Ihnen dabei helfen können: Verweis auf allgemeine Tipps zur Abschwächung negativer Gefühle

Wahrnehmung ändern

  • Zur Einsamkeit entgegengesetzte Wahrnehmung: Wenn man starke Gefühle von alleine sein hat, scheint einem in jeder Situation alles noch deutlicher darauf hinzudeuten, dass man einsam ist und niemanden hat. Man bemerkt z.B. die Stille in seiner Wohnung oder hört die Stimmen von Familien im Nachbarhaus, während man selbst niemanden zum Reden hat. Um diese negativen Gefühle abzuschwächen ist es hilfreich auf gegenteilige Hinweise zu achten:
    • Beispielsweise können Sie auf das Lächeln von Menschen achten, wenn Sie Ihnen begegnen, auch wenn es nur aus der Ferne ist oder auf das eigene Lächeln achten, wenn man gegrüßt wird; in diesen Momenten nehmen Sie die Verbundenheit zu anderen Menschen besonders wahr

Handlungsimpuls ändern

Diese Informationen können Sie hier auch als pdf-Datei downloaden: